Geschichte

Zur Zeit der Gründung des Basler Zentrums für Bildung im Jahre 1985 waren in der Schweiz 5% aller Erwerbstätigen Akademiker. In Basel erlangten ca. 20% eines Jahrganges die Matur. 34% der Basler Primarschüler traten in ein Gymnasium über.

Daraus folgt:

  • 40% der eintretenden Gymnasiasten verliessen das Gymnasium vorzeitig.
  • 75% der Inhaber eines Maturzeugnisses begannen kein Studium oder erreichten keinen Hochschulabschluss.

Besorgt über

  • ein allgemeines Absinken der Arbeitsfreude und damit der Leistungen
  • die immer stärker in Erscheinung tretende Lethargie
  • die Ziel- und Interesselosigkeit
  • die als Folge daraus sich ausbreitende Mittelmässigkeit und minimalistische Haltung
  • die wachsende Zahl der Schulversager

taten sich erfahrene Pädagogen zusammen, arbeiteten unter Beibe-haltung bewährter Inhalte und Methoden ein neuartiges Konzept aus und gründeten das Basler Zentrum für Bildung.

Blicken wir aus der Gegenwart in die Vergangenheit und in die Zukunft, so erkennen wir, dass alles am 27. März 1985 begann. Damals begegneten sich in Basel zwei Pädagogen*: Hans Sitzler, Gymnasial-lehrer und Dipl.-Chemiker, und Hermann Zingg, Dr. phil. I und Rektor eines regionalen Oberstufenzentrums. Schnell stellten die beiden fest, dass sie in ihrer langjährigen Unterrichtspraxis Ideen entwickelt hatten, die sich ergänzten. Auf diesem Fundament erarbeiteten sie das Konzept der neuen Schule. Laut Hans Sitzler benötigte die Basler Schulsituation neue Impulse. Nach seiner Überzeugung kann die Versagerquote an den Gymnasien nur dann gesenkt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler, für die die Matur nicht der geeignete Weg ist, nach eingehender und frühzeitiger Eignungsabklärung konsequent auf eine anerkannte Berufsausbildung vorbereitet werden. Hermann Zingg vertritt die Meinung, dass von Schulreform nur dann gesprochen werden darf, wenn der Unterricht in familiären Grössenverhältnissen kommunikativ getragen wird. Konkret bedeutet dies, dass ein Lehrer mit fünf Schülern optimal arbeitet. Letzteres bildet seither die Basis des 1985 aus der Taufe gehobenen BZB. Mit zwei weiteren Lehrern und einer Berufsberaterin arbeiteten Sitzler und Zingg das Konzept für eine fundamental neue Schule aus. Dem Konzept haben sie bis heute die Treue bewahrt, es weiterentwickelt und ausgebaut – es hat sich gelohnt.

* Hans Sitzler präsentierte Hermann Zingg seine Ideen anhand der untenstehenden Skizze (datiert auf den 31. März 1985). Zingg sagte darauf schlicht und einfach «Gigantisch!». Sitzler verstand darunter natürlich «Gigantisch gut.»

Ursprungsskizze BZB Basler Zentrum für Bildung

Ursprungsskizze BZB Basler Zentrum für Bildung

Das Basler Zentrum für Bildung ist die Schule mit dem richtigen Mass.
Das Resultat der Gründung:

  • Die Schülerzahl ist limitiert. Somit sind die Anzahl der Klassen, die Klassengrösse sowie die Schulräumlichkeiten überschaubar. Der Lehrkörper ist relativ klein.
  • Grundlegend für den Unterricht sind der intensive Kontakt zwischen Lehrer und Schüler und eine in die Fächer integrierte Lern- und Arbeitstechnik. Somit werden alle Schülerinnen und Schüler gefördert und ihrer Begabung entsprechend gefordert.
  • Unentschlossene Schülerinnen und Schüler werden nach umfassender Abklärung der individuellen Möglichkeiten zum Ziel einer Matur geführt, oder sie werden auf den Eintritt in eine Berufsausbildung vorbereitet.
  • Überdurchschnittlich begabte Real- oder Sekundarschüler können am BZB den Anschluss an den «Maturzug» erreichen.
  • Für das BZB sind Bildung, Ausbildung und Erziehung eine Einheit mit folgenden Prinzipien: Zusammenarbeit Lehrer-Schüler-Eltern, Konzentration auf das Wesentliche und Vertiefung der Bildungsinhalte im Hinblick auf die Anforderungen von Universität oder des Berufslebens.

27. September 1989: Ein historischer und stolzer Moment. Die ersten drei erfolgreichen Maturanden des BZB.

Vorne: Dominik Baeriswyl (heute Primarlehrer), Pascale Müller (heute Handelslehrerin), Dr. Barbara Balthasar (heute Ärztin)

Vorne: Dominik Baeriswyl (heute Primarlehrer), Pascale Müller (heute Handelslehrerin), Dr. Barbara Balthasar (heute Ärztin)

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